BAUM

Als Baum wird im allgemeinen Sprachgebrauch eine verholzte Pflanze verstanden, die aus einer Wurzel, einem daraus emporsteigenden, hochgewachsenen Stamm und einer belaubten Krone besteht.
(Auszug aus Wikipedia Baum (Begriffserklärung)

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Der erstaunliche Wert von Bäumen

Adrian Lobe8. August 2015 „Der Standard“

Mehr Grün ist vergleichbar mit einem um 10.000 Dollar höheren Jahreseinkommen – oder mit einer
Verjüngung um sieben Jahre Chicago/Wien – Im Jahr 1984 führte der texanische Architekturprofessor
Roger Ulrich eine bemerkenswerte Studie durch: Er beobachtete die Genesungsphase von Patienten,
die von ihrem Spitalsbett aus unterschiedliche Aussichten hatten. Die eine Gruppe blickte auf eine
Ziegelmauer, die andere auf einen Park.

Was wie ein banaler Begleitumstand erscheint, hatte massive Auswirkungen auf die Rekonvaleszenz der
Patienten: Diejenigen, die in ihrem Krankenzimmer aufs Grüne blickten, konnten durchschnittlich einen
Tag früher aus dem Spital entlassen werden als die Gruppe, die in ihrem Zimmer auf eine Ziegelmauer
starren mussten. Daraus folgte für Ulrich, dass die Wahrnehmung von Natur einen positiven Einfluss
auf unsere Genesung hat. Zahlreiche Studien haben diesen Effekt bestätigt – allerdings nur auf
Makroebene, also in Bezug auf Großgruppen.


Grünfläche und Gesundheit

Doch wie beeinflusst der Baum in der Straße oder Nachbarschaft unser individuelles Wohlbefinden? Dieser Frage ist ein internationales
Forschungsteam um den Psychologen Marc G. Berman (Universität Chicago) nachgegangen. In ihrer Untersuchung, die im Fachblatt "Scientific
Reports" erschienen ist, verglichen die Wissenschafter die Baumverteilung in der Stadt Chicago mit den Gesundheitsdaten ihrer Bewohner.
Dazu erstellten sie mithilfe hochauflösender Satellitenaufnahmen und Angaben der Stadtverwaltung eine "Greenspace Map", die den Baumbestand
auf die einzelnen Straßen herunterbrach. Als weitere Quelle zogen sie repräsentative Umfragen über den allgemeinen Gesundheitszustand heran.
Die Wissenschafter führten mit den Daten komplexe Regressionsanalysen durch. Das Ergebnis war verblüffend: Eine Erhöhung der Baumanzahl in
einem Wohnblock geht mit einer signifikanten Steigerung des Wohlbefindens einher: "Wir stellen fest, dass zehn zusätzliche Bäume in einem
Häuserblock das durchschnittliche Gefühl der eigenen gesundheitlichen Verfassung in dem Maße erhöht wie eine Steigerung des Jahreseinkommens
um 10.000 Dollar oder der Umzug in eine Wohngegend mit einem 10.000 Dollar höheren Durchschnittseinkommen", resümieren die Autoren. -
Anstatt einer Gehaltserhöhung reicht es offenbar, dass die Stadtverwaltung ein paar Bäume pflanzt. "Die Wirkung von Bäumen in der Straße scheint
vergleichbar zu sein mit einer Reihe sozioökonomischer und demografischer Variablen, von denen wir wissen, dass sie mit besserer Gesundheit
korrelieren", erklärt Studienautor Omid Kardan im Gespräch mit dem Standard.
Bäume machen uns aber nicht nur quasi materiell reicher, sie machen uns auch jünger. "Wenn wir uns zwei Erwachsene mit dem gleichen
Einkommen, derselben Ernährung, Bildung, aber mit einem Altersunterschied von sieben Jahren anschauen, würde man erwarten, dass der jüngere
von beiden sich im Schnitt gesünder fühlt. Wenn aber die sieben Jahre ältere Person zehn Bäume mehr in ihrem Wohnblock hat, hat sie gefühlt die
gleiche Gesundheit."


Korrelation ohne Kausalität

Allerdings konnten die Wissenschafter keinen kausalen Zusammenhang feststellen. "Die Daten korrelieren nur miteinander, deshalb können wir nicht
definitiv sagen, ob Bäume eine bessere Gesundheit verursachen, nur dass sie damit verbunden sind", ergänzt Studienleiter Marc G. Berman.
Drei Erklärungen seien denkbar: Erstens reinigen Bäume die Luft. Zweitens regen sie zu Spaziergängen an. Und drittens haben sie eine "ästhetische
Qualität". Das alles wirke sich positiv auf die Gesundheit aus. Dass in den Städten immer mehr Flächen durch Shoppingmalls und Wolkenkratzer
versiegelt werden, hält Berman für ein ernsthaftes Problem.
Der Psychologe fordert daher, mehr Bäume in urbanen Räumen zu pflanzen – zumal dies eine kostengünstige Maßnahme und obendrein äußerst
effektiv sei. "Ich bin ein großer Verfechter davon, die Grünflächen in Städten zu erhöhen. Städte sind nicht per se schlecht, wir können sie aber
verbessern, indem wir natürliche Elemente integrieren." Bäume sind für die Bewohner eine Bereicherung – nicht nur materiell, sondern auch mental.
(Adrian Lobe, 5.8.2015)

Studie im Volltext Scientific Reports: Neighborhood greenspace and health in a large urban center
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derstandard.at/2000020234235/Der-erstaunliche-Wert-von-Baeumen

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